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Warum die Wertschätzung jeder Arbeit wichtig ist

WErtschätzung

 

KronleuchterIn letzter Zeit haben mich zwei Artikel besonders berührt:
Die Sache mit der Wertschätzung und Jede Mutter arbeitet.
Danke an Birgit Geistbeck und Sabrina Sailer für diese Inspiration.

Beim Lesen dieser beiden Artikel ist mir ein Kronleuchter aufgegangen 🙂

Warum die Wertschätzung jeder Arbeit so wichtig ist

Ja, ich weiß, dass jede Arbeit, die ich mache, wichtig ist.
Ja, ich bin mir schon lange bewusst, dass Hausarbeit nicht mein Privatvergnügen ist.
Das hat alles auch mit Selbständigkeit zu tun.

Warum ist es mir einen Artikel wert?
Ich hatte eine Erkenntnis! Ich war am Anfang meiner Selbständigkeit einige Zeit sehr unzufrieden. – Und eines Tages, kam dann plötzlich die Wende. Ich kam in den Flow. Es kamen mehr Kunden. Irgend etwas war anders geworden. Aber was?

So viel zu tun

Wertschätzung jeder Arbeit

Bildquelle: www.pixabay.com, TheAngryTeddy

Wenn du dich selbständig machst, dann bist du zuerst einmal mit vielen sehr wichtigen Dingen beschäftigt.

  • Ein Logo finden
  • die Homepage gestalten
  • Visitkarten bestellen
  • ein gutes Ablagesystem einführen
  • den PC gut zu strukturieren
  • die Rechnungen zu überweisen
  • neue Seminare zu konzipieren
  • Folder drucken zu lassen und zu verteilen
  • mit vielen Menschen zu reden
  • auf Netzwerktreffen zu gehen
  • und so weiter

Das ist alles sehr aufregend und macht auch sehr viel Spaß. Allen diesen Dingen ist aber eines gemeinsam: Sie bringen kein Geld, sie kosten meistens Zeit und Geld. Jeder, der selbständig ist, weiß, dass man am Anfang sehr viel Zeit für diese Aktivitäten aufwendet.

Meist betrachten wir nur Arbeit, mit der wir Geld verdienen, als produktiv

Genau so war es bei mir auch. Und ich war unzufrieden, weil ich nur den Teil meiner Arbeit als produktiv erachtete, mit dem ich tatsächlich Geld verdiente.
Die Wende kam, als ein innerliches Umdenken stattfand. Ich erkannte, dass jede Arbeit für mein Business wichtig ist. Die Wertschätzung jeder Arbeit ist wichtig. Kein Teil ist mehr oder weniger wert.

Bildquelle: www.pxabay.com, PublicDomainPictures

Bildquelle: www.pxabay.com, PublicDomainPictures

Das war auch der Tag, an dem Akquise plötzlich anfing Spaß zu machen. Der Erfolg stellte sich ein.
Akquise ist immer noch zeitaufwändig und auch manchmal lästig, aber ich bin mir bewusst, dass meine Akquise dafür verantwortlich ist, dass mein Business auch in Zukunft noch existieren wird. Mit der Akquise selbst verdiene ich kein Geld – sie hilft mir später Geld zu verdienen. Mit den Dingen die ich gerne mache, für die meine Leidenschaft brennt.

… und plötzlich ist es anders

Seit dieser Wende, habe ich auch dann abends das Gefühl etwas geleistet zu haben, wenn ich gerade mal keinen Kundentermin hatte.
Früher betrachtete ich Kundentermine als Arbeit, alles andere als mein Privatvergnügen. Das führte zu Frust, denn ich hatte den ganzen Tag gerödelt und gestrampelt – aber eben keinen Kundentermin gehabt – und ergo auch nicht „gearbeitet“.

Ich begann also nachzudenken und zu beobachten.
Dieser Glaubenssatz: „Nur Arbeit, die Geld einbringt, ist etwas wert.“, zieht also viel weitere Kreise zieht, als wir denken.

Tun sich Frauen im Business deshalb schwerer als Männer?

Du tust (fast) alles, was du tust, mit großem Engagement. Schätzt du deine Leistung aber auch als wertvoll ein?
Oder betrachtest du alles, was du (kostenfrei) leistest, als selbstverständlich?

Wenn du deine Leistungen nicht schätzt und respektierst, wie die anderen deiner Arbeit Wertschätzung entgegenbringen?
Schließlich vermittelst du durch dein ganzes Sein, dass das „normal“ ist. Dass „es sich so gehört„. Du lässt andere glauben, das was du tust sei deine Aufgabe – und nur deine. Dies gilt für die freiwillig geleisteten Familien- und Sozialaufgaben genau so, wie für dein Business.

Klar, wenn du Einzelunternehmerin bist, dann bist du für alles zuständig und es ist wirklich alles, was dein Business betrifft deine Aufgabe. Wenn du deine Einstellung zu all den unbezahlten und unverrechenbaren Aufgaben änderst, dann ändert sich auch die Art, wie diese Tätigkeiten von der Hand gehen.
Plötzlich kommt Flow in die Sache. Du begegnest den richtigen Menschen. (Ja, auch Netzwerken ist Arbeit und gehört demzufolge zu deiner Arbeitszeit 😉 )

Bist du angestellt, dann vermittelst du durch dieses Verhalten: Schaut her, ich stemme das locker. Ich mache das. Auf mich könnt ihr euch verlassen!
Das ist einerseits gut, denn du wirst als verlässliche Kraft eingeschätzt. Anderseits aber auch als Arbeitstier. Und jetzt kommt die schlechte Nachricht: Arbeitstiere werden nur ganz selten befördert. Das liegt daran, dass kein Chef sein Arbeitstier verlieren will. Schließlich erleichtert eine verlässliche, strebsame und engagierte Assistentin das Leben doch enorm.

Übung_klUm dir bewusst zu machen, was du im Laufe eines Tages leistest, habe ich eine kleine Übung für dich.

  • Schreib dir während des Tages ALLES auf, was du machst.
  • Diese Liste legst du dann abends weg :-), versteck sie!
  • Am nächsten Morgen schreib aus dem Gedächtnis auf, was du am Vortag geleistet hast.
  • Vergleich dann diese beiden Listen. Welche Arbeiten erkennst du als Leistung an und welche fallen unter den Tisch?
  • Wenn du möchtest, kannst du noch schauen, welche der Arbeiten, die du nicht berücksichtigt hattest, kein Geld eingebracht haben.

Natürlich ist das nicht repräsentativ. Allein durch die Tatsache, dass du während des Tages alle Tätigkeiten aufschreibst, ändert sich schon etwas in deinem Bewusstsein und bringt Erkenntnisse. Wenn du magst, dann teil sie mir doch in den Kommentaren mit. Ich bin schon gespannt auf deine Erkenntnisse.

 

Teile diesen Beitrag und hilf mit den Familienalltag gelassen zu machen!
8 Antworten
  1. Christiane Quenel
    Christiane Quenel says:

    Guten Tag,

    das ist ein sehr guter Artikel! Und auch ich werde das Experiment wagen. Das lohnt sich bestimmt, da ich gerade dabei bin mein erstes Buch zu veröffentlichen. Im Vertrauen gesagt: „Ich bin ein Arbeitstier!“ 😉

    Liebe Grüße

    Christiane (Texthase Online)

    Antworten
    • Ilse Maria Lechner
      Ilse Maria Lechner says:

      Liebe Christiane,

      herzlichen Dank für das Feed-back.
      Ich freue mich, wenn ich am Ergebnis teilhaben darf. Für Arbeitstiere lohnt sich diese Übung besonders.
      Viel glück bei der Veröffentlichung des Buches.

      Liebe Grüße,
      Ilse

      Antworten
  2. Birgit Geistbeck
    Birgit Geistbeck says:

    Liebe Ilse, du hast soooooooooo Recht. Danke für diesen Artikel!

    Das mit der Liste werde ich auf jeden Fall ausprobieren. Ein sehr interessantes Experiment. Ich bin gespannt, was dabei heraus kommt.

    Lieben Gruß
    Birgit

    Antworten
  3. Sabrina Sailer
    Sabrina Sailer says:

    Hallo Ilse,

    oh, danke für die Erwähnung!

    Die Übung werde ich mal testen. Oder: Kann ich die mit auf den Vereinbarkeitsblog packen? Dürfte unsere Leser dort auch interessieren, als Ergänzung zum „Jede Mutter arbeitet“

    Mein Start in die Freiberuflichkeit ist zwar schon mehrere Jahre her, aber an den Frust der ersten Wochen und Monate kann ich mich noch sehr, sehr gut erinnern. Und mittlerweile steht wieder so viel auf dem Plan, dass im ersten Moment eben KEIN Geld bringt. Das x-te Kundengespräch, das Netzwerktreffen, die Webseitenpflege…. und alles ist trotzdem wertvoll und will gemacht werden.

    Langfristig ist das vor allem ein Problem für Einzelkämpfer, die anfangs sehr gute Auftragsvolumen haben. Dann wird das persönliche Marketing vernachlässigt. Wenn es dann zu Auftragseinbrüchen kommt …

    Antworten
    • Ilse Maria Lechner
      Ilse Maria Lechner says:

      Hallo Sabrina,

      gerne kannst du diese Übung auch auf den Vereinbarkeitsblog packen. Ich freue mich doch, wenn noch mehr Frauen in den Genuss dieses Denkanstoßes kommen.

      Du beschreibst sehr treffend, dass genau die Tätigkeiten, die kein Geld einbringen genau so wertvoll sind wie alle anderen. Schätzen wir sie nicht, dann kommt es später oft zum bösen Erwachen, wil z. B. die Auftragslage nicht stimmt.

      Es ist mir wichtig zu erwähnen, dass diese Falle auch die angestellten Frauen trifft. Nur eben auf andere Art und Weise. Sie werden zwar geschätzt, für das was sie tun, aber nicht unbedingt für die Fähigkeiten die noch in ihnen stecken. In mancher Assistentin steckt eine hervorragende, qualifizierte Führungskraft. Um diese Führungskraft in sich zu wecken, muss sie es aber erst einmal zulassen, „Nein“ zu sagen. Nein, zu den Arbeiten, für die sie nicht zuständig ist. Nein, zu Zusatzarbeiten und Gefälligekeiten und damit „ja“ zu sich und dem, was noch in ihr steckt 🙂

      Antworten

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