Familie geht vor

Familie geht vor

Familie geht vor

Ja, du hast richtig gelesen. Seit langer Zeit gibt es heute kein Interview!
Das liegt nicht etwa daran, dass mir die interessanten Interview-Partner ausgegangen wären.

Es liegt ganz einfach daran, dass ich meistens am Wochenende Zeit und Muße finde, die Interviews zu schneiden.
Nun war es die letzten 3 Wochenenden so, dass wir im Familieneinsatz waren. Es tut mir aufrichtig leid, aber ich hatte einfach nicht die Energie, das heutige Interview so vorzubereiten, wie ich es für dich vorbereiten möchte.

Gleichzeitig war ich aber die letzten Wochenenden sehr emotional mit der Familie beschäftigt und vielleicht sind auch meine Reflexionen für dich interessant.

Umzug in ein neues Leben

Voriges Wochenende halfen wir meiner Schwiegermutter beim Siedeln in eine etwas kleinere Wohnung. Sie bewohnte bis jetzt eine Wohnung von 75 m² und siedelte in eine Wohnung mit 60 m².
Schon lange hat sich angekündigt, dass dieser Umzug ein sehr emotionales Ereignis sein würde. Erstens, weil sie jetzt wieder in ihre Geburtsstadt gesiedelt ist und zweitens, weil sie die aufgegebene Wohnung jetzt über 20 Jahre bewohnt hat. Sie hat in dieser Wohnung gelebt, als ihre Enkelkinder aufgewachsen ist und auch, als sie ihren Mann verlor.

Beim Anblick der ganzen Übersiedlungskartons sagte meine Schwiegermutter selbst: „Beim letzten Siedeln hab ich mir geschworen, meine Wohnung regelmäßig auszumisten! Jetzt hat sich wieder so viel angesammelt.“
Meine Schwiegermutter ist eine sehr saubere, organisierte Frau. Was sie meinte war die unendliche Vielzahl an Kleinkram, der sich im Laufe der Jahre ansammelt. Kleinkram, der mit Erinnerungen verbunden ist und an dem oft deswegen unser Herz hängt.

Gleichzeitig wurde ihr durch die Übersiedlung wohl so richtig bewusst, dass ein neuer Lebensabschnitt beginnt. In dieser Wohnung wird sie wohl bleiben. Das Haus ist so organisiert, dass sie dort sehr lange in der eigenen Wohnung bleiben kann. Ich wünsche ihr in dieser schönen, hellen Wohnung noch viele glückliche Erlebnisse.

Ferialpraxis

Naja und gestern haben mein Mann und ich unsere 16-jährige Tochter nach Salzburg geführt. Sie wird dort einen Monat arbeiten.
Auch unser Sohn hat das mit 15 Jahren schon gemacht. Auch er war in Salzburg. Es war für ihn eine wertvolle Erfahrung. Er hat viel gelernt und denkt noch immer gerne an die Zeit zurück.

Unsere Tochter hat voriges Jahr mit uns gesprochen und uns mitgeteilt, sie fühle sich noch nicht reif genug: einen Monat lang, ohne Familie, arbeiten ….
Das war ihr noch unheimlich. Heuer aber wollte sie das selbst! Und wenn sie einen Entschluss gefasst hat, dann steht sie dazu. Das ist eine Eigenschaft, die ich an ihr sehr bewundere.

Ich hab aber festgestellt, dass es mir gar nicht leicht fiel, meine „Kleine“ gehen zu lassen. Das ist eigenartig. Ich war selbst mit 15 Jahren in Salzburg arbeiten und es hat mir sehr gut gefallen. Ich bin selbständig geworden und lernte für mich selbst Verantwortung zu übernehmen und mir meinen Tagesablauf zu organisieren. Ich kam mir sehr erwachsen vor und hab mich begonnen vom Elternhaus zu lösen.

Familie geht vor

Diese Kuh steht vor der Firma, in der meine Tochter jetzt einen Monat arbeitet

Die Tatsache, dass mein Mädel selbst so weit ist, zeigt mir, dass meine „Kleine“ jetzt wirklich eine Große wird. Die Tatsache lässt sich nicht länger leugnen 😉
Es ist also nicht nur ein Abschied für einen Monat  … in gewisser Weise ist es ein Abschnitt von einem Lebensabschnitt.
Versteh´mich nicht falsch: Ich genieße es, dass meine Kinder erwachsen werden. Ich liebe die anregenden Gespräche und ich schätze es, mich ihrer Sicht der Welt zu stellen und mich ihren Ansichten zu öffnen. Sie werden sicher auch noch eine Zeit lang bei uns wohnen … trotz allem ist es absehbar, dass bei bald ihr eigenes Leben gehen. Das ist gut so – und tut ein wenig weh.

Ich wünsche meiner Tochter, dass sie eine wundervolle Zeit in Salzburg hat und ich freue mich schon jetzt sie wieder hier zu haben. Ich weiß aber auch, dass genau diese Zeit sie verändern wird. Sie wird ein gutes Stück reifer zurückkommen.

Wie steht es mit dir? Hast du eine Ferialpraxis gemacht? Welche Erfahrungen hast du gemacht und wie hast du dich gefühlt?

 

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