Wie dich ein anderer Kulturkries in Gelassenheit schulen kann - Gelassenheit - fremde Kulturen - Pannen

Fremde Kulturen und deine Gelassenheit

Wie du vielleicht verfolgt hast, befinde ich mich zur Zeit bei meinem Mann in Tunis. Er ist für zwei Jahre beruflich in Tunesien.

Zwischen Arbeit und Freizeit

Die Aufenthalte in Tunis stellen für mich immer eine ideale Mischung aus Alltag und Urlaub dar. Meistens geht mein Mann während dieser Zeit ganz normal seiner Arbeit nach, um den Urlaub für Heimataufenthalte zu sparen und ich lasse mich einfach treiben. Ich lasse das zu, was mir zu Hause nie gelingt. Ich lebe in den Tag hinein! Das bedeutet, dass ich tue, wonach mir gerade ist. Ich stehe etwas später auf, als normalerweise, ich lese viel, arbeite konzeptionell und notiere mir Ideen für neue Blogartikel. Ich gehe mit offenen Augen durch die Welt und lasse mich inspirieren.

Diesmal ist es jedoch so, dass wir eine Teil der Zeit wirklich für einen Urlaub nutzen wollen. Zu diesem Urlaub wollten wir schon gestern starten. Allein, das Auto zeigte gleich nach meiner Ankunft einen Fehler an. Es steht seit Montag in der Werkstatt.

Das hat natürlich auch dazu geführt, dass unsere geliebten abendlichen Ausflüge sehr eingeschränkt sind. Meinen Mann hat das anfangs sehr traurig gemacht. Mich eigenartigerweise gar nicht. Ich habe die ersten beiden sehr ruhigen Tage wirklich genossen. Sie halfen mir, so richtig in den Abschaltemodus zu verfallen.

Taxiglück

Mein Mann ist wesentlich mehr gefordert, denn er ist täglich zwei bis 4 Mal mit den örtlichen Taxis unterwegs. Was das bedeutet kann ich erst seit Dienstag abends ermessen, als wir gemeinsam mit dem Taxi zur Gedenkveranstaltung in Musée Bardo unterwegs waren. Wir hatten zwar Taxiglück, das heißt, wir bekamen sofort ein Taxi. (Taxi bestellen ist in diesem Land nicht üblich. Du stellst dich einfach an den Straßenrand und hältst das nächste auf. Wenn es frei ist, hast du Taxiglück und es bleibt stehen.) Allerdings machte mich mein Mann gleich nach dm Einsteigen darauf aufmerksam, dass ich einen Blick auf das Armaturenbrett werfen solle. Was soll ich sagen, die Motor-Kontrollleuchte war an. Aber das Taxis hielt bis zum Museum durch.

Am Rückweg war es noch besser. Da hat nicht nur die Motor-Kontrollleuchte, sondern auch die Leuchte für die Handbremse aufgeleuchtet. Auch diesmal war die Fahrt selbst kein Problem.
Trotzdem war es für mich ein kleines Abenteuer, denn in ein solches Taxi würde ich in Österreich vermutlich nicht einmal einsteigen, geschweige denn damit fahren. Leider hat man, wie bereits erwähnt keinen Einfluss darauf, in welchem Zustand sich das Fahrzeug befindet.

Die Lehren die ich daraus gezogen habe:

  • Ein wenig Schmutz bringt mich nicht um.
  • Unser Sicherheitsbedürfnis ist zwar ehrenwert, aber ein Luxus, den wir uns nur leisten können, weil es uns sehr gut geht und wir jede Menge Alternativen zur Verfügung haben.
  • Es ist entlastend, sich vom Perfektionismus zu verabschieden
  • Ein wenig Vertrauen hat noch nie geschadet

Und noch eine Verzögerung

Naja und dann sollte unser Auto gestern fertig sein. War es aber nicht. So verschiebt sich unsere Abreise in unseren eigentlichen Urlaub.

Früher hätte mich das unrund gemacht. Heute sehe ich das sehr locker. Es ist eben, wie es ist und warum sollte ich meine Energie darauf verschwenden, etwas ändern zu wollen, das nicht in meiner Macht liegt. Außerdem schwingt da immer noch der Spruch meiner weisen Großmutter mit:

„Wer weiß, wozu es gut ist?“

Und das hat sich gestern wieder einmal bewahrheitet. Gestern Abend gingen wir dann zu Fuß in ein 2 km entferntes Restaurant essen. Dort gibt es wunderbare Burger und ganz besonders schmackhafte Tagliatelle donna bianca. Wir haben das Essen dort wie immer sehr genossen. Bereits am Rückweg stellte sich bei mir leichtes Bauchgrummeln ein. Nein, nicht das Essen war schuld. Ich habe mir wohl einen Virus eingefangen. Gott sei Dank dauern Viren dieser Art bei mir nicht sehr schnell. Mein Körper hat eine sehr effiziente, wenn auch manchmal anstrengende Art, damit umzugehen.
Ja, und so war ich froh, heute nicht den ganzen Tag im Auto verbringen zu müssen, sondern noch einen Tag Ruhepause zu haben.

Alles wendet sich zum Guten

So hat sich, trotz aller Unzulänglichkeiten alles zum Guten gewendet.
Ich schätze mir den Luxus eines verkehrssicheren Autos um so mehr und ich weiß auch, was es bedeutet, von den hiesigen öffentlichen Transportmitteln weitgehend unabhängig zu sein.

Die Wetterlage

Die Temperaturen hier sind ja schon recht mild. Zumindest für unsere Verhältnisse.
Jedoch ist die Regenzeit noch nicht ganz zu Ende. Das heißt, dass es in der vergangen Woche 2 x geregnet hat. Das wäre für mich ja nicht schlimm. Regen bin ich gewöhnt. Damit kann ich umgehen. Was mich allerdings fordert, ist die Bauweise. Die Häuser haben keine Dächer und so sammelt sich das Wasser auf den schlecht isolierten Flachdächern. Langsam drringt es ins Mauerwerk ein und der mit dem Regen einhergehende Wind, sorgt für eine rapide Abkühlung. Die Häuser sind nicht isoliert. Warum auch, es ist ein warmes Land, wo es kaum unter Null Grad hat. Und eine Heizung, die nicht nur vorhanden ist, sondern auch funktioniert ist purer Luxus.

Somit verbringst du Regentage in der Wohnung im dicken Pulli eingekuschelt in eine Decke.

Du hast dann die Wahl: Aufregen oder es als landestypischen Charme empfinden.

Du kannst es schon erraten: Ich habe mich für den landestypischen Charme entschieden und es mir mit einem Buch gemütlich gemacht :-D

Ich finde es mitttlerweile ganz gut, dass hier Vieles anders ist und ich meine Anichten und Gewohnheiten immer wieder hinterfragen muss, wenn ich hier bin. Das hilft mir, die Dinge lockerer zu sehen und mich zu entspannen. Auch wenn zu Hause mal etwas nicht so klappt.

Die liebenswerten Dinge

Es gibt hier auch sehr viele wirklich liebenswerte Dinge.

  • Die Menschen sind sehr freundlich.
  • Auch auf der Straße wird gesungen.
  • Das Tempo ist allgemein viel langsamer, als bei uns.
  • Es leben ganz viele verschiedene Menschen tolerant miteinander

Wie steht es um deine Erfahrungen mit anderen Kulturen?

Jutta Held hat ihre Erfahrungen sehr eindrucksvoll in einem ihrer Artikel beschrieben.

Wie wirkt sich Reisen auf deine Gelassenheit aus?
Regst du dich schnell auf, oder nimmst du das, was dir geschieht an?

Ich bin wirklich auf deine Erlebnisse gespannt.

Teile diesen Beitrag und hilf mit den Familienalltag gelassen zu machen!
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