Mein Kind will sich nicht verabschieden!

Abschied, Kind will sich nicht verabschieden, time to say good-bye

 

Als unser Großer ungefähr 4 Jahre alt war, passierte etwas Merkwürdiges; er wollte sich nicht mehr verabschieden.
Er war ein bis dahin sehr höfliches Kind. Wir hatten ihn nie besonders zur Höflichkeit angehalten. Er hatte es einfach so bei all seinen Vorbildern gesehen und übernommen. Und plötzlich wollte er sich nicht mehr verabschieden. Ich stand vor einem Rätsel.

Was können die Gründe für sein Verhalten sein?

Ratlos wälzte ich all meine Erziehungsbücher und beriet mich mit Freundinnen.

Schließlich wollte ich mein Kind nicht zu einem oberflächlichen Höflichkeitsverhalten erziehen. Ich wollte es verstehen. Unterstützen kann ich nur, wenn ich auch verstehe.

  • Mangelnde Höflichkeit war es nicht. Er war weiterhin freundlich, sagte bitte und danke und begrüßte die Menschen auch. Nur verabschieden wollte er sich ab und zu nicht. Zwischendurch klappte es wieder hervorragend.
  • Schüchternheit war es auch nicht. Schließlich war er ein kleines selbstbewusstes Kerlchen.
  • Trotz? Vielleicht! Denn dieses nicht-verabschieden-wollen tauchte immer dann auf, wenn er irgendwie unzufrieden war.

Hier war ich also auf dem richtigen Weg.

Plötzlich kam die Erleuchtung

Eines Tages – wir hatten gerade ein Wochenende bei meinen Eltern verbracht – weigerte er sich wieder, sich zu verabschieden. Er drehte sogar den Kopf weg, als die Großeltern uns nachwinkten. Dann wurde er ganz still. In diesem Augenblick durchfuhr es mich wie ein Blitz „Das Kind trauert! Deshalb will es sich nicht verabschieden!“

Ich war damals noch nicht so tief im Thema Kindertrauer drin, wie heute. Daher habe ich selbst einige Zeit gebraucht, um die Zusammenhänge herzustellen.

Trauer war der Grund, dass mein Kind sich nicht verabschieden wollte

Unser Sohn hatte eine sehr intensive Bindung zu seinen Großeltern und er genoss auch stets die Möglichkeiten, die sich ihm dort boten. Meine Eltern hatten ein großes Haus mit einem riesigen Garten, einem Teich mit Boot, einen Hochstand … also Abenteuer pur für ein bewegungshungriges Kind.

Er wollte nicht wegfahren, sondern wäre noch gerne länger geblieben.

Seiner kindlichen Logik nach, konnte er mit der Ausbleibenden Verabschiedung den Aufenthalt noch verlängern. Frei nach dem Motto: „Wenn ich nicht Tschüs sage, dann muss ich auch nicht gehen!“ Leider funktionierte das eben nicht.

Er wollte vermeiden, sich mit seinen ungeliebten Gefühlen auseinander zu setzen. Wenn er seinen Großeltern „Auf wiedersehen!“ gesagt hätte, dann hätte er sich diesen Gefühlen stellen müssen. Es hätte sein können, dass er zu weinen begonnen hätte. All das wollte er nicht.

Warum es für dich wichtig ist, das Verhalten deines Kindes zu verstehen

Nur wenn du dein Kind verstehst, kannst du an den richtigen Schrauben ansetzen.

Im Falle unseres Sohnes war es also die Trauer. Daher habe ich mich mit ihm hingesetzt und besprochen, dass ich verstehe, dass er von den Großeltern nicht weg will. Ich habe ihm gesagt, dass auch ich die Abschiede manchmal schmerzlich empfinde und ein kleines bisschen traurig bin.

Aber es gibt auch so viele Dinge auf die wir uns zu Hause freuen können:

  • Das eigene Zimmer mit den Spielsachen.
  • Die Freunde, die wir besuchen können.
  • Die Sandkiste im eigenen Garten.
  • Das Trampolin.

Langsam hat er verstanden, dass jeder Ort seine Annehmlichkeiten und schönen Dinge hat.

Langsame Fortschritte

Es hat noch eine Weile gedauert und er hat sich auch nachher nicht wirklich gern verabschiedet. Er hat durch unsere Gespräche aber gelernt, seine Traurigkeit auszusprechen.

„Weißt du Oma, ich will gar nicht weg! Aber ohne Mama möchte ich auch nicht dableiben.“

„Opa ich mag nicht weg. Was werden wir das nächste Mal tun, wenn ich da bin?“

Diese Frage hat mich doch etwas überrascht, denn unser Großer war eher spontan und schmiedete nur kurzfristige Pläne.

Als ich ihn fragte, warum er das schon wissen wollte, antwortete er: „Damit ich nicht so traurig bin. Dann kann ich mich schon auf das nächste Mal freuen!“

Er hatte also selbst eine geniale Strategie gefunden, mit seiner Trauer umzugehen.

Trauer versteckt sich hinter anderen Gefühlen

Trauer versteckt sich oft hinter anderen Gefühlen und führt oft zu unverständlichen Handlungen. Wie zum Beispiel nicht Grüßen wollen.

Da gilt es dann ganz genau hinzuschauen. Denn die Gründe für so ein Verhalten können vielfältig sein. Ziehe keine voreiligen Schlüsse.

Wenn du das Gefühl hast, dass hinter dem Verhalten deines Kindes Trauer steckt, dann geh behutsam mit dem Thema um.

Oft hilft Unterstützung von außen

Vielleicht kannst du als Elternteil gar nicht so weit vordringen. Kinder haben oft das Bedürfnis ihre Eltern zu schützen. Wenn dein Kind also trauert und nicht mit seinen Gefühlen herausrückt, dann kann das daran liegen, dass dein Kind Angst hat, dich zu verletzen oder dich auch traurig zu machen.

Dein Kind sagt eventuell nichts, weil es spürt, dass du mit seinen Sorgen im Moment nicht umgehen kannst oder auch keine Lösung dafür hast.

Dann hilft es, das Kind mit einer system-fremden Person vertraut zu machen. Systemfremd heißt, dass diese Person nicht mit euren Geschichten und Problemen zu tun hat; sie ist nicht darin verstrickt, sondern hat den Blick von außen.

Das kann eine gute Freundin sein, ein Jugendgruppenleiter oder eben auch jemand wie ich. Das Kind weiß dann, es gibt eine Person, wo es sein Herz ausschütten kann, ohne jemanden in der Familie zu belasten. Und so eine Person braucht dein Kind, um über seine Gefühle sprechen zu können und sie aufzuarbeiten.

Wenn du also vor einer ähnlichen Situation stehst und eine vage Ahnung hast, dass Trauer der Grund für das Verhalten deines Kindes sein könnte, dann mach dir einen ersten unverbindlichen Termin mit mir aus oder schicke mir eine E-Mail.

Und ich rufe dir jetzt mein übliches

„Bleib gelassen!“ zu.

Als gelassene Mutter kannst du dein Kind am besten unterstützen. Du bist der Anker, den dein Kind so dringend braucht.

 

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Wie öffentlich darf sterben sein?

Der Tod ist ein Tabu-Thema unserer Gesellschaft.

Alte Menschen werden in Betreuungseinrichtungen „versteckt“, Kranke in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen gepflegt.
Über den Tod sprechen wir nicht. Meistens jedenfalls!

Da ich mit Eltern gemeinsam am Thema Kindertrauer arbeite, ist das für mich anders.
Ich spreche offen über Krankheit, Verlust, Tod und diverse andere Trauererlebnisse.

Ich bin sehr dafür das Thema Trauer und Tod zu enttabuisieren. Es muss wieder Platz in unserer Gesellschaft haben. Das würde meiner Überzeugung nach auch dazu führen, dass wir die Alten mehr achten und der gegenseitige Respekt wächst. Aber das ist eine Geschichte, die auf einen anderen Blogartikel warten muss.

Vor ein paar Wochen ist aber etwas passiert, was mich vor viele philosophische Fragen gestellt hat.

Eine bekannte Online-Marketerin ist gestorben

Nicht nur das; sie hatte ihre Krankheit und ihr Leiden vor einigen Monaten öffentlich gemacht. Immer wieder postete sie auf diversen Medien, wie es ihr geht.

Die öffentliche Verabschiedung

Kurz vor ihrem Tod nahm sie eine Sprachnachricht auf. Diese Sprachnachricht war für die Öffentlichkeit bestimmt. Ihr Mann Galor brachte sie mit der Nachricht ihres Todes in die Sozialen Medien.

Es war eine Verabschiedung von der Öffentlichkeit. Auf der Aufnahme merkt man, dass Mara – oder Dari, wie sie sich in den letzten Jahren nannte – das Sprechen schwer fällt. Sie ringt selbst mit ihren Emotionen. Gleichzeitig macht sie anderen Mut, das Leben nach ihren Maßstäben zu leben und keinen Gedanken darüber zu verschwenden, was andere darüber denken.

Mara hat ihren Tod und ihr Sterben also selbst öffentlich gemacht.

Ein Schritt, der mir als Expertin für Trauer höchsten Respekt abverlangt. Ganz egal, welche Motive dahinter standen. Sie hat ein Stück weit dazu beigetragen, das Thema zu enttabuisieren. Das ist großartig.

Ich kannte Mara/Dari

Was dann auf den Social Media losbrach, hat mich nachdenklich gemacht.

Gefühlt begann jeder zweite Post in diesen Tagen mit „Ich kannte Mara/Dari …“

Menschen, die sie gekannt hatten oder die sie auch nur durch ihre Podcasts/Blogartikel/Facebook/Twitter kannten fühlten sich berufen, etwas über Mara zu sagen.

Das zeigt, wie sehr sich Menschen mit anderen Menschen verbunden fühlen können, obwohl sie sie selbst nie – oder zumindest kaum gesehen haben.

Viele fühlten sich von Maras letzten Worten berührt.

Du darfst nicht schlecht über Tote sprechen

Und dann begann etwas, das auch offline immer wieder zu beobachten ist. Es fällt nur nicht so auf. Die Gruppe von Menschen, die es mitbekommt ist kleiner.

Plötzlich hatten alle nur Positives über Mara zu sagen.

Auch Menschen, die zu Lebzeiten Differenzen mit ihr hatten oder kein gutes Haar an ihr ließen, äußerten sich plötzlich über die vielen guten Eigenschaften von Mara.

Spannend, dass es uns so viel leichter fällt, das Gute zu sehen, wenn jemand tot ist.

Das ist ein vollkommen natürlicher Effekt.

Zu Lebzeiten tragen wir Konflikte aus, gehen in Konfrontation, grenzen uns ab, haben vielleicht Angst vor Konkurrenz.

Und Mara hat sich nie gescheut zu polarisieren. Sie hat nach ihren Richtlinien gelebt. Konsequent.

Ich weiß noch, wie vor ein paar Jahren ein anderes Video viral ging. Es war aus einer privaten Videokonferenz herausgerissen. Und es warf kein gutes Licht auf Mara. Fast jeder hatte eine Meinung dazu. Die wenigsten machten darauf aufmerksam, dass diese Sequenz aus einer Videokonferenz herausgeschnitten war. Die Öffentlichkeit kannte die Zusammenhänge nicht.

Fast niemand hat sich über den – offensichtlichen – Vertrauensbruch aufgeregt. Denn nur durch einen solchen konnte dieses Material an die Öffentlichkeit gelangen.

Mara ging hocherhobenen Kopfes aus diesem Vorfall heraus; und er hat ihr nicht geschadet.

Einige derer, die damals über sie hergefallen sind, wussten jetzt nur Gutes zu berichten.

Das ist normal. Das eigene Gewissen sorgt für Wiedergutmachung.

Es gab aber auch Stimmen, die meinten, das wäre Maras letzter genialer Marketing-Schachzug, um ihr Unternehmen frei von der Verbindung mit ihrem Namen zu machen. Mara war das Zugpferd. Mit dieser Nachricht hätte sie die Brücke zum Unternehmen geschlagen.

Andere verabschiedeten sich öffentlich und nannten in ihrer Nachricht den Grund für ihr Ableben – Krebs – nicht beim Namen. Sie versteckten sich hinter dem Begriff „heimtückische Krankheit“. Auch dafür gab es Kritik.
Aber Menschen sind halt so. Manche Menschen sprechen Dinge klar an, andere reden lieber drum rum und sagen es „durch die Blume“.

Ein Kribbeln im Rücken blieb

Ich weiß das alles. Aber als ich die ganzen Nachrufe, Ehrbekundungen und positiven Zuschreibungen gelesen habe, musste ich erst schmunzeln. Als ich dann merkte, wie oft kommentiert wurde und wie viel diskutiert wurde, kam das erste Mal der Gedanke „Clickbaiting!“ in mir auf.

Aber war es das wirklich?

War es nicht ein ganz normaler Verarbeitungsprozess, der hier ebenso öffentlich eingesetzt hat, wie sonst auch? Nur eben mit gewaltiger Breitenwirkung.

Clickbaiting mit Clickbaiting!

Kaum hatte ich diese Gedanken, schon kamen die anderen Posts. Die die meinten: „Ihr wollt alle nur vom Tod dieser Online-Marketerin profitieren!“. „Clickbaiting!“ stand wieder im Raum. (Und ich gestehe es, auch mein erster Gedanke.)

Diese Posts wurden ebenso viel kommentiert und es wurde genauso diskutiert, wie auf den anderen.

Ich begann nachzudenken.

War das dann auch Clickbaiting? Nur subtiler?

Oder war es ein gerechter Aufschrei? War es einer der Menschen, die auch im offline-Leben andere darauf aufmerksam gemacht hätten: „Merkst du, was du da tust? Du hast an diesem Menschen früher kein gutes Haar gelassen und jetzt sprichst du nur positiv.“

Ja, diese Menschen gibt es! Auch offline!

Wenn es einer dieser Menschen war, dann war es kein Clickbaiting. Es war einfach nur eine Diskussion, die sich verselbständigt hat.

Gar nicht so einfach

Wenn der Tod öffentlich wird, dann ist es gar nicht mehr so einfach die natürlichen Reaktionen vom Kalkül auseinanderzuhalten.

Das muss es auch nicht sein.

Ein Mensch ist gestorben

Das wichtigste bleibt eine Tatsache: Ein Mensch ist gestorben.

Dieser Mensch hat zufällig gewählt seinen Tod öffentlich zu machen. Dafür gebührt diesem Menschen großer Respekt.

Dieser Mensch hat mit seinen letzten Worten andere ermutigt und ihnen gezeigt, dass es möglich ist, konsequent nach den eigenen Maßstäben zu leben.

Kannte ich Mara?

Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten.

Ich habe mir Mara zwei sehr intensive Ausbildungen gemacht. Ich habe sie also ein Stück weit kennen gelernt. Das war ganz am Anfang ihrer Online-Karriere.

Mein Gefühl sagt mir aber, dass Mara sehr vielschichtig war.
In dieser Ausbildung haben wir auch über die sogenannte Geschäftspersona gesprochen. Das ist die Person, die wir nach außen zeigen. Die wir werden. Im Business.

Ich habe Mara als eine verdammt schnelle Denkerin und noch schnellere Umsetzerin erlebt.

Ich bin mir sicher, dass die Person, die sie in den Social Media gezeigt hat eine solche Persona war. Das macht jeder von uns. Wir alle streben danach unser Privatleben – zum Teil – zu schützen. Wenn dein Leben also sehr öffentlich verläuft, dann ist das umso wichtiger.

Mara ist mir dann weit vorausgezischt. Sie war auch in ihrer Business-Entwicklung schneller. Das ist in Ordnung. Das war ihre Art.

Ich würde lügen, wenn ich behaupte, es hätte mich nicht anfänglich zum Nachdenken und Zweifeln gebracht. Ich gestehe, dass ich manchmal auch ein wenig Neid auf ihren Erfolg verspürt hatte.

Wir haben über genau dieses Thema einmal miteinander gesprochen. Ich beschwerte mich, dass es bei mir nicht so schnell voranging. Ihre etwas traurige Antwort darauf war: „Dafür hast du einen Mann, den du liebst und zwei Kinder. Das ist mir nicht vergönnt. Ich suche immer noch nach der Liebe.“

Die Liebe hat sie mit Galor ja offensichtlich doch noch gefunden! Darüber freue ich mich für sie.

Wie öffentlich darf oder soll sterben sein?

Ich glaube nicht, dass es dafür eine allzeit richtige Antwort gibt. Das können immer nur die Betroffenen und ihre Angehörigen selbst entscheiden. Und Mara hat mit ihrer Nachricht selbst entschieden!

„Bleib gelassen!“, sag ich, – wie immer – zu dir

 

 

Genieße das Leben und glaub an dich!“, würde Mara – höchstwahrscheinlich – zu dir sagen.

 

 

P.S.: Maras Namen habe ich genannt, weil sie selbst entschieden hat, mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen. Alle anderen Namen von Diskutanten habe ich nicht genannt.

PP.S.: Ich habe mit diesem Artikel gewartet, damit sich meine Gedanken setzen und ordnen können.

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Von Erwachsenen kannst du viel über das Thema Kindertrauer lernen

Das Thema Kindertrauer ist mir ein großes Anliegen.
Spannenderweise beginnen sich auch immer mehr Erwachsene zu öffnen, wenn sie hören, dass Kindertrauer eines meiner Themen ist. Viele von ihnen erzählen mir dann nicht von den Erlebnissen mit ihren Kindern. Nein, sie schildern mir Erlebnisse, die sie als Kinder hatten und die sich tief in ihr Gedächtnis eingegraben haben. Nach heute nach teilweise 40 Jahren beschäftigen sie diese Erlebnisse.

Es sind traurige Erlebnisse, die sie in der Kindheit hatten und in denen die Erwachsenen nicht ideal reagiert haben. Genau aus diesen Geschichten lerne ich immer wieder dazu. Denn wenn ein Thema eine erwachsene Person nach so vielen Jahren noch beschäftigt, kann ich annehmen, dass sie für das Kind zumindest prägend, wenn nicht gar traumatisch gewesen sein muss. Weiterlesen

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Wie du in deiner KITA oder Kindergartengruppe gut mit dem Thema Trauer umgehen kannst

Ein Erfahrungsbericht

Engelstatue im Wald

Kürzlich habe ich durch eine Kollegin in meinem Mastermind Kontakt zu einer Kindergartenpädagogin bekommen. Diese mutige Frau war so freundlich mir ihre Erfahrungen mit dem Thema Tod und Trauer im gelebten Kindergartenalltag zu berichten.
Aus Gründen der Diskretion werden hier weder der Kindergarten noch die Namen der Beteiligten genannt. Die Erfahrungen selbst sind aber zu wertvoll, um sie unter Verschluss zu halten. So habe ich mich gemeinsam mit dieser Kindergartenpädagogin dazu entschlossen, ihren Bericht anonymisiert niederzuschreiben. (Damit dieser Tatsachenbericht nicht zu emotionslos rüberkommt, habe ich mich entschieden Namen und Orte zu erfinden!)

Die Vorgeschichte

Frau Burger ist Erzieherin in einer deutschen Großstadt. Sie wird von ihren Schützlingen liebevoll nur bei ihrem Vornamen Eva gerufen.
Vor ungefähr einem Jahr passierte im Kindergarten, in dem Eva arbeitet das, wovor alle Erzieherinnen Angst haben. Ein Kind verstarb!
Das gehört zu den Schreckensszenarien aller Eltern und auch aller Pädagoginnen. Weiterlesen

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Wie deine Angst die Trauer deines Kindes beeinflusst

Zu diesem am 10.05.2019 überarbeiteten Blogartikel gibt es einen passenden Podcast vom 3.5.2017, den du im Anschluss an den Artikel findest.

 

 

 

Was deine Ängste mit der Trauer deines Kindes zu tun haben

Heute widme ich mich dem schwierigen Thema Kindertrauer bei chronischer Krankheit oder Verlust von Angehörigen.

Wenn Kinder trauern geht das den meisten Eltern ganz schön an die Nieren.

  • Sie leiden mit.
  • Sie versuchen zu trösten.
  • Sie fühlen sich hilflos.
  • Sie würden ihrem Kind gern die Situation ersparen.

All das ist verständlich.

Die eigenen Ängste und Dämonen

Wenn dein Kind trauert musst du dich als Elternteil auch noch deinen eigenen Dämonen und Ängsten stellen. Und genau diese Ängste können die Trauer deines Kindes beeinflussen. Du möchtest deine Ängste nicht auf dein Kind übertragen? Dann ist es wichtig, dass du deine Ängste kennst!

Ich selbst habe in meinem Leben schon einige Verluste erlitten und traurige Situationen erlebt.
Ich habe ein Sternengeschwisterchen, musste mich von mehreren Haustieren verabschieden und als ich 13 Jahre alt war, verlor ich meine geleibte Oma. Als unsere Söhne 5 und 2 Jahre alt waren, verloren sie ihren Uropa und 3 später einen ihrer Großväter. Dabei habe ich sie gut begleitet.
Das sind nur einige meiner Erlebnisse.

Gott sei Dank bin ich in einer Familie aufgewachsen, in der Trauer kein Tabu-Thema war. So kann ich auch mit belastenden Situation unbefangen umgehen.

Ich kenne also die Nöte und Ängste eines Kindes genauso, wie die Sorgen einer Mutter.

Wenn dein Kind trauert

Wenn dein Kind trauert, dann willst du es möglichst gut begleiten.

  • Du machst dir Sorgen, ob es diesen Verlust unbeschadet übersteht.
  • Du willst es trösten und beschützen.
  • Wahrscheinlich bist du dir nicht sicher, ob und wie viel du mit deinem Kind reden sollst.
  • Sprichst du von dir aus die Situation an, oder wartest du ab, bis das Kind von sich aus kommt?
  • Sollst du es ermutigen seinen Gefühlen und Tränen freien Lauf zu lassen, oder lenkst du es besser von seinem Schmerz ab?

Gerade was das Thema Trauer anbelangt, sind die eigenen Ängste in Bezug auf das Thema für das Kind oft entscheidend, wie frei oder wie belastend es traurige Situationen empfindet.
Eltern sind nun einmal Vorbilder für das Kind. Kinder übernehmen die Sorgen, Ängste und Befürchtungen oft ganz automatisch.

Soll das jetzt heißen du bist schuld, wenn dein Kind sehr trauert, oder in einem Trauerprozess steckenbleibt?

Nein, das bist du nicht! Ich bin gegen diese Beschuldigungen und gegen Eltern-Bashing.

Auch du warst in deinem Leben vielen Einflüssen ausgeliefert, die dich in deinem Verhalten geprägt haben.
Diese Verhaltensweise laufen ja auch ganz unbewusst ab. Du denkst dir nicht vorher: „Jetzt zeige ich meinem Kind einmal ganz massiv meine eigene Angst, damit es nicht auf den Buam klettert.“ Es passiert einfach. Es passiert auch dann, wenn du versuchst, deine eigene Angst zurückzudrängen. Dein Kind fühlt die Angst hinter deinen ermunternden Worten. Das konntest du sicher schon selbst beobachten.

Selbstreflexion ist in der Erziehung sehr wichtig!

Durch Selbstreflexion hast du die Möglichkeit zu erkennen, wie dein eigenes Verhalten, dein Ängste und auch deine positiven Seiten, das Leben deines Kindes beeinflussen. Nachfolgend findest du einiger dieser Ängste und die Auswirkungen auf dein Kind.

Die Ängste in Bezug auf Kindertrauer

Was sind also die Ängste, die Erwachsene in Bezug auf Kindertrauer blockieren oder im Verhalten beeinflussen?
Wie beeinflussen die Eltern ihr Kind mit dieser Angst?
Was kannst du tun, um deine Ängste in den Griff zu bekommen und nicht an dein Kind weiter zu geben?

Die Angst, das Kind zu überfordern

Viele Eltern haben Angst, das Kind mit zu vielen Informationen über Krankheit und Tod zu überfordern. Das ist verständlich. Sie wollen ihr Kind beschützen und so lange als möglich die schweren Erlebnisse von ihren Kindern fern halten.

Dabei vergessen die Erwachsenen eines. Wenn jemand in der Familie krank ist oder stirbt, dann bekommen Kinder durch ihre feinen Antennen ohnehin mit, dass etwas anders ist. Sie merken die Stimmung im Haus. Wenn niemand mit ihnen spricht, dann kann es sein, dass sie die bedrückte Stimmung auf sich beziehen. Manche Kinder denken dann, sie hätten etwas falsch gemacht. (Ein persönliches Erlebnis kannst du in diesem Video ansehen.)

Die Beeinflussung

Du siehst also, dass die Angst das Kind zu überfordern, zu etwas viel Schwerwiegenderem führen kann. Im Video hatte das Kind das Gefühl nicht traurig sein zu dürfen. Schließlich „wusste“ es offiziell noch nicht Bescheid. Doch Erwachsene wollen für Kindertränen eine Erklärung. Sie fragen nach, weil sie sich Sorgen machen. Wie könnte das Kind aber sagen: „Ich habe Angst um den Opa!“, oder „Ich bin traurig, weil Opa krank ist!“, wenn es offziell noch gar nichts weiß. Das Kind spürt mit dieser Erklärung würde es das Weltbild der Eltern erschüttern und so hält es seine Tränen zurück.

Der mögliche Ausweg

Versuche in einer ruhigen Situation deinem Kind in kindgerechter Sprache zu erklären, was Sache ist. Bleib dabei so sachlich, wie möglich und zeige dennoch deine Gefühle. Es ist ok., wenn dir dabei die Tränen über die Wangen rinnen. Du kannst deinem Kind ruhig sagen: „Weißt du, das macht mich auch sehr traurig!“
Erzähle lieber etwas zu wenig als zuviel. Wenn der Opa Krebs hat, dann reicht es zu sagen, dass Opa sehr krank ist und in nächster Zeit öfter im Krankenhaus sein wird.
Wenn dein Kind genauer nachfragt, dann erkläre ihm alles, was es wissen will so gut es geht und so einfach, wie möglich.

Die Angst, dass das Kind nicht versteht

Oft glauben Erwachsene auch, dass vor allem kleine Kinder ohnehin nicht verstehen, was passiert. Sie denken, dass Kinder unter zwei bis drei Jahren ohnehin vergessen.
Das stimmt bis zu einem gewissen Grad. Wenn ein Kind zwei, drei Jahre alt ist, wenn der Opa stirbt, dann wird es keine bewusste Erinnerung an diesen Opa haben. Es wird aber eine diffuse Erinnerung haben. Es wird sich vielleicht auch später an eine Zeit erinnern können, als alle durchs Haus geschlichen sind und die Stimmung komisch war. Es wird vielleicht den zeitlichen Ablauf durcheinander bringen. (Mehr dazu in diesem Video.)

Meine Erfahrung ist es, dass Kinder immer verstehen, wenn wir Erwachsene uns bemühen die Situation kindgerecht zu erklären und aufzubereiten.

Die Beeinflussung

Im Video schildere ich ein eigenes Erlebnis. Meine Mutti hat ein Kind verloren, als ich drei Jahre alt war. Ich habe dieses Ereignis abgespeichert, ich habe es allerdings lange Zeit emotional mit einem Auffahrunfall in Zusammenhang gebracht, der nach diesem Ereignis war.
Sehr gut kann ich mich noch an die gemeinsamen Gute-Nacht-Gebete erinnern, als meine Mutter mit meinem Bruder schwanger war. Sie endeten immer mit dem Satz: „Lieber Gott mach, dass die Mutti ein gesundes Baby bekommt.“ Ich weiß nicht, ob dieser Satz meine Idee war. Ich weiß nur, dass ich ihn sehr ernst genommen habe und er sich in mein Hirn eingegraben hat. Und ich hatte große Angst, als meine Mutter tatsächlich zur Geburt ins Spital musste. Danach hat mein vierjähriges Ich alles getan, um die Mutter zu entlasten.

All diese Beeinflussungen passieren im Normalfall völlig wohlmeinend und aus guter Absicht. Oft braucht es eine Außensicht, um nicht in diese Falle zu tappen.

Der möglich Ausweg

Wenn das Kind sehr klein ist, dann nimm es auf den Schoß. Rede mit ihm. Vielleicht wird es deine Worte nicht verstehen. Es wird aber fühlen, worum es geht. Es wird deine Stimmung aufnehmen, sowohl deine Trauer, als auch die Absicht es einzubeziehen und zu erklären, so gut es geht.
Mach aber dein Kind nicht für die Lösung des Problems verantwortlich. Genau das ist mit den Abend-Gebeten bei mir passiert. In meinem magischen Denken habe ich mit dem lieben Gott eine Art Vertrag abgeschlossen: „Ich bin besonders brav und angepasst und du sorgst für ein gesundes Kind!“

Die Angst, die eigene Trauer zu zeigen

Eltern wollen ihr Kind nicht unnötig belasten. Genau deshalb bemühen sie sich in manchen Fällen, ihre eigene Trauer nicht vor dem Kind zu zeigen. Sie geben sich betont lustig und unbeschwert.

Kinder merken aber bald, dass dieses Gehabe nicht echt ist. Sie sind gute Beobachter und sie erkennen, dass die Körpersignale wie: Haltung, Körperspannung und Mimik nicht zu den lustigen Worten passen. Sie erhalten also zwei Botschaften. Der Körper sagt: Ich bin traurig. Mit Worten und Stimme wird vermittelt: Es ist alles in Ordnung.

Die Beeinflussung

Das führt zu Verunsicherung des Kindes. Was soll es jetzt glauben? Soll es seiner Wahrnehmung vertrauen oder dem, was gesagt wird? Im Normalfall vertrauen Kinder ohnehin der Körpersprache. Dann zeigt das Kind „Ich habe dich verstanden.“ Vielleicht wird es nachfragen: „Papa, warum bist du traurig?“ Wenn Papa dann abstreitet traurig zu sein, ist das Kind irritiert. Es wird wahrscheinlich weitere Versuche starten, um zu überprüfen, ob sein Gefühl richtig ist. Erhält es immer eine abweisende Antwort, dann lernt es im schlimmsten Fall dadurch: Ich kann Menschen nicht richtig einschätzen. Es vertraut sich selbst nicht mehr.

Der mögliche Ausweg

Zeig deinem Kind deine Trauer. Es kann damit besser umgehen, als die meisten Erwachsenen. Für Kinder ist Trauer noch ein vollkommen natürliches Gefühl. Es ist unangenehm, aber sie bewerten es nicht als schlecht. Diese Zuweisung erfolgt eher durch Erwachsene.

Wenn du deine Trauer zeigst, kann das der Anfang eines wunderbaren Gespräches über den Grund der Trauer sein.

Die Angst vor der Intensität kindlicher Gefühle

Kinder zeigen ihre Gefühle noch sehr ungefiltert. Allerdings nicht immer so, wie Erwachsene sie erwarten. Gerade bei Trauer kann es sein, dass Kinder ganz anders reagieren. Sie sind wütend, auf den Überbringer der traurigen Nachricht. Sie ziehen sich scheinbar gleichgültig zurück. Sie reagieren aufmüpfig, wenn sie nicht in der Lage sind ihre Trauer zu zeigen. Oder sie weinen bittere Tränen.

All das machen sie mit einer Ausschließlichkeit, die für Erwachsene oft verstörend ist.

So denken sich viele Erwachsene: Besser ich konfrontiere mein Kind erst gar nicht mit diesem Thema, dann erspare ich mir zusätzlichen Ärger und dem Kind dieses Gefühlschaos.

Die Beeinflussung

Gefühle haben viele verschiedene Arten zum Ausdruck zu kommen. Keine ist richtig oder falsch.
Auch bei Erwachsenen trauern die einen laut, die anderen klagen und wieder andere ziehen sich zurück und sind für ihre Angehörigen kaum zu erreichen. Hier wird die Verschiedenheit des Verhaltens weitgehend akzeptiert.
Warum glauben wir zu wissen, wie man am besten trauert?

Der mögliche Ausweg

Ich weiß, es ist manchmal schwer: Sei offen gegenüber dem Verhalten deines Kindes. Du kannst ihm seine Trauer nicht abnehmen. Das wäre gar nicht gut. Diese Trauer ist notwendig für seine Entwicklung. Sie hilft dem Kind, die Geschehnisse zu verarbeiten.

Das Beste, was du tun kannst ist da zu sein. Präsent sein – gesprächsbereit sein – zuzuhören. Damit hilfst du deinem Kind aktiv, seine Trauer zu bewältigen.

All diese Ängste beeinflussen im Verhalten mit dem Thema Verlust und Trauer.

Tabuthemen

Dazu kommt, dass Trauer, Verlust, Krankheit, Schmerz und Tod in unserer Gesellschaft Tabuthemen sind, die an sich schon Angst machen.

Technik und Wirtschaft verleiten uns zu dem Eindruck, alles unter Kontrolle zu haben. Alles scheint sofort verfügbar. Geräte funktionieren auf Knopfdruck.

Alles, was nicht kontrollierbar ist, macht uns Angst. Dazu gehören Naturkatastrophen, Krankheiten und der Tod. Wir versuchen uns zu schützen, so gut es geht. Wir bauen Häuser erdbebensicher, schließen Versicherungen gegen Hagel und Überschwemmungen ab. Täglich werden neue Mittel gegen Krankheiten erfunden. Institutionen arbeiten daran menschliche Körper einzufrieren, bis ein geeignetes Heilmittel gefunden ist. Allein, das nützt alles nichts. Es gibt immer noch Dinge, gegen die wir mit all unserem Wissen und all unserer Technik nicht ankommen.

Für dich ist es nicht nur wichtig, deine eigenen Ängste zu verstehen, sondern auch auf die Ängste deines Kindes vorbereitet zu sein. Nur so kannst du wirklich gut unterstützen.

Ängste der Kinder

Demgegenüber stehen die Ängste der Kinder. Ja, auch Kinder haben Ängste, die wir mit unserem Verhalten oft schüren. Sie entstehen durch missverständliche Aussagen.

Die Angst nicht mehr aufzuwachen

Es kann sein, dass dein Kind mit seinen großen Ohren Sätze hört, die nicht für das Kind bestimmt sind. Vielleicht hört es die Nachbarin sagen: „Meine Mutter ist friedlich eingeschlafen.“

Wenn es die Mutter der Nachbarin kannte und feststellt, dass sie auf einmal nicht mehr auftaucht, dann kann es schon sein, dass dein Kind falsche Schlüsse zieht. Die alte Dame ist eingeschlafen und nicht mehr aufgewacht. Hoffentlich passiert mir das nicht auch.

Die Lösung

Vermeide Umschreibungen und nütze einfache klare Formulierungen.

Die Angst allein zu sein

Wenn Angehörige sterben, dann merkt dein Kind, wie alle leiden. Auch wenn ihr nicht darüber sprecht. Wenn der Opa stirbt und die Oma bleibt allein zurück dann sehen das die Kinder. Sie sehen, wie sich die Oma kränkt und dass sie auf einmal allein lebt. Da kann schon die Angst auftauchen, durch ein unvorhergesehenes Ereignis allein dazustehen.

Viele Kinder sprechen das dann auch aus. Sie sagen immer wieder den Satz: „Lass mich nicht allein!“ oder „Mama du stirbst aber noch nicht!“

Wie reagierst du als Mutter da richtig?

Einerseits kannst du ja deinem Kind nicht versprechen noch lange nicht zu sterben, denn du hast keinen Einfluss darauf. Andererseits willst du dein Kind natürlich in seiner Angst ernst nehmen und beruhigen.
Vielleicht gefällt dir etwas in der Art:
„Ich weiß nicht, wann ich sterben werde. Aber ich will dich auf gar keinen Fall allein lassen. Ich bleibe bei dir so lange es mir möglich ist. Schau mal, ich bin ganz lebendig. Fühl mal, wie mein Herz schlägt.“

Die Angst Schuld zu sein

Gerade Kinder, die noch im magischen Alter sind; also rund um das 5. Lebensjahr – geben sich oft selbst Schuld an Lebensereignissen. Vor allem dann, wenn sie kurz vorher etwas falsch gemacht hatten und deswegen ein schlechtes Gewissen haben.

Ich gebe dir ein kurzes Beispiel: Ein Kind hat eine Katze und die Aufgabe sie zu füttern. Es vergisst darauf und wird von den Eltern darauf aufmerksam gemacht – vielleicht sogar geschimpft. Am darauffolgenden Abend kommt die Katze nicht nach Hause. Sie wurde von einem Auto überfahren. Da kann es schon sein, dass das Kind seine Verfehlung (das Vergessen des Fütterns) mit dem Ausbleiben der Katze in Verbindung bringt. Es empfinden das Überfahren werden der Katze als Strafe.

Die Ängste der Eltern bedingen und schüren die Ängste der Kinder

Das gemeine an der Sache ist, dass die Ängste der Eltern, die Ängste der Kinder entweder bedingen und verursachen. Oder sie werden durch die Ängste der Eltern noch geschürt und vergrößert. Genau das wünschen wir uns doch für unsere Kinder nicht.

Was kannst du dagegen tun

Meines Erachtens hilft hier nur Achtsamkeit und Offenheit. Achtsamkeit dir selbst und deinen Gefühlen gegenüber. Es ist keine Schande Angst zu haben. Steh dazu und sprich deine Angst offen an. Dadurch zeigst du deinem Kind auch, dass es sich um deine Angst handelt.

Achtsamkeit dem Verhalten des Kindes gegenüber. Wenn dir irgendetwas komisch vorkommt, sprich es an. Rede mit deinem Kind. Immer altersgemäß und in seiner Sprache. Du wirst sehen, Kinder begreifen so viel mehr, als wir glauben.

Wenn du mit deinen Gefühlen offen umgehst, dann ermöglichst du auch deinem Kind offen darüber zu sprechen. Es kann weinen und toben. Es kann seinem Schmerz freien Lauf lassen.

So wird der Weg frei für gemeinsame Gespräche und Rituale. Diese Rituale werden euch helfen eure Trauer gut zu verarbeiten und mit dem Verlust abzuschließen.

Willst du dein Kind in seinem Trauerprozess wirkungsvoll begleiten?

Am 10. August halte ich wieder meinen Online-Workshop „Kindertrauer“
Für die Teilnahme brauchst du nur einen PC oder Laptop, eine stabile Internetverbindung, eine Kamera und ein Mikro. Schon bist du startklar.

Im Online-Workshop zeige ich dir:

Wie du mit deinem Kind ins Gespräch kommst

Woran du erkennst, dass dein Kind genug Information hat

Warum es wichtig ist, deine eigene Trauer zu zeigen

Mit welchen Ritualen du dein Kind unterstützen kannst

Wenn dich das Thema berührt und beschäftigt, dann trag dich gleich für die Interessentenliste ein.

Du erhältst dafür als Bonus das Kühlschrankposter 5 Tipps für traurige Tage als pdf zum Ausdrucken.

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Leider können wir unsere Kinder nicht vor allem schützen. Daher finde ich es wichtig auf für einen Trauerfall vorbereitet zu sein. Das ist eine besondere Ausnahmesituation, in der wir selbst alles andere als gelassen sind.

 

 

 

 

Bildquellen:
getstencil.com
123.rf

Eltern können es gar nicht verhindern, dass ihre eigenen Ängst, sie in ihrem Erziehungsverhalten beeinflussen. Mütter wollen ihre Kinder nicht auf Bäume klettern lassen, weil sie Angst vor Verletzungen haben. Väter machen Stunk, wenn die Tochter fortgehen will, weil sie Angst haben, ihrem kleinen Mädchen könnte etwas zustoßen. Die Liste ist unendlich.

Wenn es um Krankheit, Verlust, Tod und Trauer geht, dann werden wir alle mit unseren Ängsten konfrontiert. Stellen diesen Themen doch die Tabus unserer Gesellschaft dar. Das merkst du schnell, wenn du selbst erkrankst und sich Menschen vor dir zurückziehen, weil sie nicht wissen, wie sie mit der Situation umgehen sollen.

Geht es darum, diese Themen Kindern zu vermitteln oder gemeinsam mit ihnen aufzuarbeiten, dann stoßen viele Erwachsene an ihre Grenzen.

Ich stelle dir hier die drei wichtigsten Ängste von Erwachsenen in Bezug auf Kindertrauer vor. Sie gehen mit den Ängsten der Kinder einher, verursachen sie oder verstärken sie. Je nach Temperament des Kindes.

Hier kannst du die Folge anhören:

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