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Sabine Machowski verrät heute wie sie KISSS für Mütter lebt. Sie unterstützt Mütter dabei achtsam den eigenen Bedürfnissen gegenüber zu sein und gelassener und entspannter zu werden.

Gemeinsam den Familienalltag leichter und freudiger gestalten

Vielleicht ging es Dir ähnlich wie mir, dass Du auf einmal mit dem Mutterwerden ein paar Dinge besser verstehen konntest, die Deine Freunde gemacht haben, die schon vorher Eltern geworden waren, was Dich aber damals verwundert oder vielleicht sogar geärgert hat.

Naja, als ich dann selbst Mutter wurde, habe ich einiges an mir neu entdeckt, was eben vorher bei mir in der Rolle der reinen Betrachterin auch einmal zu Irritationen geführt hatte.

Außerdem habe ich als Mutter wie auch in meiner jahrelangen Arbeit mit Klientinnen festgestellt, dass es so viele verschiedene Konzepte von einem glücklichen und leichten und freudigen Familienalltag gibt, dass es hier eben kein allgemeines Richtig und Falsch gibt, sondern jede Familie, jedes Paar in seinem eigenen ganz besonderen Familienleben für sich einen Weg finden muss. Und dieser Weg ändert sich auch immer mal. Außerdem ist es ganz hilfreich, einmal über den Tellerrand hinaus zu schauen, um eigene Rituale und Glaubenssätze zu hinterfragen und mal etwas Neues zuzulassen und auszuprobieren.

Da meine Tochter noch in den Kindergarten geht, habe ich natürlich persönlich als Mutter noch nicht alle Familienphasen persönlich erlebt… ;-)

KISSS für Mütter – Ein Plädoyer für mehr Leichtigkeit von Ilse Lechner hat mich sozusagen eingeladen, einmal zu reflektieren, was in meinem eigenen Leben und im Leben meiner Freunde und näheren Bekannte so anders läuft seit dem Mutterwerden bzw. Elternwerden. Und da sind einige Dinge dabei, die bewusst so gewählt werden, um den Alltag und Familien etwas leichter zu gestalten.

Ob das etwas ist, was auch etwas für Dich oder Euch ist, kann ich nicht beurteilen. Aber gerne kannst Du die Ideen und Erfahrungsberichte zusammen ja wie eine Werkzeugkiste betrachten, aus der man das herausnimmt, was man für seine eigene Wohnung und sein konkretes Möbelstück oder sein Vorhaben im Moment benötigt.

Nun aber zu meinen Empfehlungen für Dich als Mutter, um Dir Deinen und Euren Alltag zu erleichtern:

1. Sich gegenseitig abwechseln

Dies ist vor allem bei Babys und kleinen Kindern sehr hilfreich. Während der eine sich mal ausruht, kann der andere etwas mit dem Kind unternehmen und umgekehrt. Also nicht immer alles gemeinsam erledigen, sondern durch das Aufteilen etwas effizienter werden. Doch hier ist es wichtig, immer noch auf genügend Zeit zu zweit oder als Familie zu achten, damit nicht alles parallel und alleine stattfindet.

Doch gerade als Mutter ist es wichtig, dass Du Dir hier überlegst, was Du für Dich brauchst, die Zeit alleine, die Zeit für den Sport, die Zeit für einen entspannten Friseurbesuch, die Zeit für ein Kaffeetrinken mit Deiner Freundin.

Mein Tipp für Dich:

Überlege mal, was im Moment bei Dir im Alltag gemeinsam erledigt wird und vielleicht für Dich oder Deinen Partner eine freie Zeit bedeuten kann, wenn Ihr das aufteilt?
(z.B. der Wochenendeinkauf, das Geschenkebesorgen….)

2. Unterstützung suchen und annehmen

Hier geht es darum, nach externen Ressourcen zu schauen. Versucht mal über den Tellerrand hinauszuschauen. Wen gibt es da, der Euch in ein paar Dingen unterstützen kann? Kann direkt nach der Geburt die Oma etwas für Euch kochen oder können Oma und Opa mit dem Geschwisterkind spazieren oder zum Turnen gehen? Kann das eine Kind bei Oma und Opa sein und Du kannst mit Deinem anderen Kind intensivere Zeit alleine verbringen?

Oder gibt es eine „fremde“, aber vertrauensvolle Unterstützung, wie zum Beispiel einen Welcome-Service für die ersten 3 bis 6 Monate oder eine Studentin, die zum Babysitten kommt?

Hilft es am Ende der Schwangerschaft oder nach der Geburt oder nach dem beruflichen Wiedereinstieg, die Bügelwäsche einer Bügelfrau zu geben, oder regelmäßig alle ein bis zwei Wochen jemanden zum Putzen zu engagieren?

Ist es mühselig, mit zwei kleinen Kindern in Eure Wohnung zu kommen, dann ist vielleicht zeitweise ein Lieferservice für Lebensmittel oder eine Bio-Kiste oder für Getränke sinnvoll.

[ctt template=“11″ link=“SciU9″ via=“no“ ]Vielleicht ist zeitweise ein Lieferservice zur Entlastung sinnvoll?[/ctt]

Oder musst Du manchmal länger arbeiten und wärest froh, wenn jemand Dein Kind aus Kita oder Kindergarten oder Schule mitnimmt? Dann frage mal in Deinem Freundeskreis oder bei netten Familien in Kita oder Kindergarten oder Schule. Vielleicht könnt Ihr Euch hin-und-wieder gegenseitig unterstützen und abwechseln.

Wir haben so manche längeren Weiterbildungen und Urlaubsvorbereitungen gut meistern können.

Gleiches gilt für die Fahrdienste, sobald die Kinder etwas älter werden. So können Eure Kinder an den Hobbies teilnehmen, aber Du musst nicht mehrmals die Woche den Fahrdienst übernehmen.

Hier hat jeder sicherlich eine unterschiedliche Haltung und Vorstellung zu wie auch andere externe Ressourcen. Aber lass hier einmal etwas zu, was vorher vielleicht noch nicht denkbar war.

Mein Tipp für Dich:

Überlege mal, wo Du jemanden fragen könntest, ob er etwas (zeitweise) übernehmen oder Dich unterstützen könnte?
(z.B. Großeltern, Geschwister, gute Freunde, Putzfrau …)

3. Freizeit mit Deinem Kind auch für Dich angenehm gestalten

Gerade letztens habe ich mit den Teilnehmern meiner „Auszeit für Mütter“ darüber gesprochen, dass es zulässig und auch wichtig ist, dass Du als Mutter bei den Aktivitäten mit Deinem Kind und mit anderen auch selbst Freude hast.

So möchtest Du vielleicht nicht regelmäßig Treffen haben mit Müttern, die Dir nicht so liegen, aber die Kinder sich verstehen. Wenn Du gequält hingehst und Dich langweilst oder ärgerst, hat Dein Kind am Ende auch nichts davon.

Hier ist es oftmals sehr hilfreich, sich einzugestehen, was man wirklich möchte und was nicht und auch ein bewusstes NEIN zu sagen. Auch wenn das erst unangenehm ist, ist das eine wichtige Form der Selbstfürsorge.

Außerdem musst Du als Mutter nicht das Kneten lieben oder stundenlang Bilder malen wollen oder Schwimmen gehen. Vermutlich hat jede Mutter etwas, was sie nicht so gerne macht. Und dafür ganz andere Dinge, die ihr und ihrem Kind viel Spaß machen. Dann mache doch das mit Deinem Kind. Wenn Du gerne Kuchen backst und dabei gut Abstand zum Alltagstrubel bekommst und Dein Kind Spaß daran hat, dann macht das doch öfters mal zusammen.

Mein Tipp für Dich:

Schau Deinen Familienkalender an und markiere, welche Aktivitäten und Treffen Dir auch Freude bereiten und was mehr Pflicht ist. Und überlege, wo Du Nein sagen kannst und mit Deinem Kind etwas anderes schönes für Euch beide machen kannst.

[ctt template=“11″ link=“e3NEa“ via=“no“ ]Schau Deinen Familienkalender an und markiere, welche Aktivitäten und Treffen Dir auch Freude bereiten und was mehr Pflicht ist. [/ctt]

(z.B. Freunde treffen, die Euch beiden Freude bereiten, etwas nur zu zweit unternehmen …)

 

Ich wünsche Dir einen leichten und freudigen Familienalltag!

 

Herzlichst

Sabine Machowski von BusyMom

Sabine Machowski ist Diplom-Psychologin, Systemischer Coach und Mutter.

Auf ihrer Seite BusyMom unterstützt sie Mütter dabei, gelassener und entspannter zu werden, mehr Achtsamkeit und Selbstfürsorge in ihren Alltag zu integrieren, aktiv Stress zu bewältigen und damit einen Burnout vorzubeugen.

Außerdem hilft sie Müttern durch Personal Coaching dabei, ihre neuen verschiedenen Rollen als Mutter zu reflektieren und zu gestalten. Im Coaching wie in Trainings unterstützt sie darüber hinaus bei der beruflichen Neupositionierung als Mutter nach Elternzeit und Erziehungszeit.

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Schnell gekocht mit variablen Eintopf-Gerichten

Dieser Artikel der KISSS für Mütter Serie stammt von Susanne Dahl. Sie verbindet Ost mit West und hat es sich zur Aufgabe gemacht, gesundheitsbegeisterte Menschen mit Ayurveda zu unterstützen. Ihre Devise: Gesund kochen kann einfach und schnell gehen.

Meinen Alltag macht es am leichtesten, wenn ich viel Energie habe. Und Energie habe ich, wenn ich mich gesund ernähre. Aber nicht immer ist die Zeit dazu, was tun?

Meine Lösung heißt: mich schnell und gesund ernähren.

Heute stelle ich dir dazu mein geliebtes Ein-Topf-Gericht vor. Ich finde, Eintopf klingt so altbacken, und auch nicht besonders lecker. Das klingt eher wie eine dicke Wintersuppe, aber das Ein-Topf-Gericht von dem ich spreche, ist etwas für das ganze Jahr!

Es ist abwechslungsreich, schmackhaft und nahrhaft.

[ctt template=“11″ link=“niS1_“ via=“no“ ]Eintopfgerichte sind schnell gekocht, abwechslungsreich und schmackhaft.[/ctt]

Du weißt ja, wie wichtig es ist, dass du dich gut ernährst. Es ist wie mit den Zinsen: wenn wir Geld investieren, zahlt es sich aus, es verzinst sich. Und wenn wir Zeit und Energie in unsere Gesundheit investieren, zahlt es sich auch aus – in Form von gesteigerter Energie, Vitalität und Klarheit.

Kochen ist also in Wirklichkeit kein Zeitverlust, sondern eine Zeitersparnis, da du deine Dinge hinterher in viel weniger Zeit erledigst, wenn du fit und gesund bist. Das sind deine Ess-Zinsen, wie ich es gerne bezeichne.

Trotzdem muss manchmal das Essen in weniger als 20 Minuten auf dem Tisch stehen, und dazu zeige ich dir nun das Ein-Topf-Gericht:

Ein-Topf-Gericht Grundrezept

Das Ein-Topf-Gericht kann viele Komponenten haben:

  • Zwiebeln und Knoblauch
  • Kräuter und Gewürze
  • Kartoffeln
  • Reis
  • Hülsenfrüchte
  • Gemüse
  • Creme Fraiche, saure Sahne etc.

 

Im Ein-Topf-Gericht kochst du alles zusammen, das geht am schnellsten. Nicht unterschiedliche Töpfe, wo du wieder viel spülen musst, und Extrazeit für die Zubereitung brauchst, sondern du kochst wirklich alles in einem Topf.

Dazu gibt es ein paar Grundregeln:

  •  Alles muss ungefähr die gleiche Kochzeit haben.
  •  Das bedeutet, du kannst nur Hülsenfrüchte und Gemüse nehmen, die ähnliche Garzeiten haben.
  •  Das Gemüse kannst du bei leicht unterschiedlichen Garzeiten verschieden groß schneiden, damit es dann gleichzeitig gar wird.
  •  Am besten eignen sich für Hülsenfrüchte gelbe Linsen, halbiert oder ganz, rote Linsen oder geschälte, gelbe Mungbohnen.

Die Kochweise

Diese ist sehr einfach.

  1. Du nimmst Fett zum Kochen wie Bratöl, Kokosöl oder Ghee (Butterreinfett).
    Hochwertige, kaltgepresste Fette sind eher ungeeignet zum Erhitzen, die kostbaren Inhaltsstoffe werden zerstört und teilweise, wenn die Fette zu hoch erhitzt werden, können sich auch schädliche Stoffe bilden. Wenn du solche Öle wählst, dann ist Raps-, Sonnenblumen- oder Olivenöl noch am ehesten zum Kochen geeignet. Lein-, Distel-, Walnuss- und Kürbiskernöl solltest du vermeiden, da diese mehrhaft ungesättigte Fettsäuren enthalten, und diese verwandeln sich beim hohen Erhitzen in das giftige Acrolein.
  2. Im Fett dünstest du Zwiebel und Knoblauch, gegebenenfalls auch Ingwer an und röstest die Gewürze kurz mit. Ganze Gewürze können etwas länger mitgebraten werden, Pulvergewürze solltest du nur noch kurz im Fett mitschwenken.
  3. Dann fügst du das in Würfel geschnittene Gemüse hinzu, Hülsenfrüchte sowie Reis oder Kartoffeln. (Wenn ich sehr hungrig bin, mische ich sogar sowohl Reis als auch Kartoffeln in das Essen, denn unterschiedliche Arten von Kohlenhydraten machen länger satt).
  4. Lösche mit heißem Wasser ab, knapp bedeckt, je nachdem wie hoch der Anteil an saugfähigen Hülsenfrüchten und Reis ist. Wenn du von diesen beiden viel in das Essen gibst, brauchst du auch mehr Wasser.
  5. Salze gleich, Kartoffeln und Reis saugen ja das Salz mit auf, dann wird es schmackhafter.
  6. Schließe den Deckel, nach 10 – 15 Min. auf mittlerer Hitze gekocht ist das Essen gar.
  7. Gegebenenfalls zwischendurch Wasser nachgiessen.
  8. Füge kleingeschnittene Kräuter hinzu, Creme Fraiche, Frischkäse oder (saure) Sahne nach Belieben und
  9. Geniesse

 

Noch ein paar Tipps, damit es wirklich schnell geht

  • Nimm nur eine Sorte Gemüse
  • Wähle Gemüsesorten, die nicht aufwendig zu schälen und schneiden sind: also z.B. Mangold, der muss nur in Streifen geschnitten werden oder Hokkaidokürbis, der kann mit Schale gegessen werden. Im Sommer bieten sich natürlich auch besonders Zucchini oder Tomaten an.
  • Füge etwas Reis hinzu oder Hülsenfrüchte, und falls beides, wasche auch beides zusammen.
  • Mache dir fertige Gewürzmischungen vorrätig, für mehrere Wochen im Vorraus. Mische nicht zu große Mengen auf einmal, sonst werden die Gewürze alt.

Das ist mein Tipp für dich für ein schnelles Essen. Das beste daran ist, dass es praktisch unzählige Varianten gibt, je nachdem, welche Zutaten du wählst.

[ctt template=“11″ link=“fpr51″ via=“no“ ]Durch unterschiedliche Zutaten kannst du Eintopfgerichte beinahe unendlich variieren.[/ctt]

Gefällt dir das Ein-Topf-Gericht? Hast du noch Ergänzungen dazu? Ich freue mich auf deinen Kommentar.

Ich wünsche dir gutes Gelingen und einen guten Appetit!

 

Herzliche Grüße,

Susanne

Susanne Dahl ist Diplom-Betriebswirtin und ausgebildete Ayurveda-Gesundheitsberaterin. Ihr Wissen und die Leidenschaft  für Ayurveda und fernöstliche Philosophie hat sie vor 16 Jahren für sich in Indien entdeckt. Ihr Motto – Von östlicher Weisheit und westlicher Lebenskunst –  verbindet Gesundheit und ein gut gelebtes Leben. Die leidenschaftliche Köchin liebt vielfältige Kompositionen und wärmt ihre Yogamatte gerne schon vor Sonnenaufgang. Inspirierend und leicht sind ihre Anregungen zu gesunder Ernährung und mehr Wohlbefinden. Sie bringen nicht nur äußeren Erfolg sondern wirkliche Erfüllung. 

 

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Werte

Kinder verändern alles

Kinder_WErteIch kann mich noch gut erinnern – es ist schon eine Weile her – als ich nach meiner Karenzzeit ins Büro zurückkam. Am ersten Tag überwog die Freude, wieder etwas Abwechslung zu haben und geistig wieder gefordert zu sein. Und es gab ja so viel zu erzählen …
In den nächsten Tagen schlich es sich ein: ein merkwürdiges Gefühl der Fremdheit. Am Anfang konnte ich es nicht mal benennen. Es war nur – anders; anders als vor der Geburt meines Sohnes.

Äußerlich war scheinbar alles wie vorher. Trotzdem nervten mich manche Kleinigkeiten, die mir vorher nie aufgefallen waren und andere Dinge, über die sich meine Bürokolleginnen beschwerten schienen mir nichtig und unbedeutend.

Nach der Geburt ist alles anders

Das ist eine Erfahrung, die viele Eltern machen. Nicht nur im Beruf auch innerhalb der Familie verschieben sich die Prioritäten von der Herkunftsfamilie (also den Großeltern, Eltern und Geschwistern) hin zur Kernfamilie (du, dein Partner und das Kind/die Kinder), die sich jetzt neu bildet.
Plötzlich kommt es zu Konflikten mit Menschen, mit denen du dich bisher wunderbar verstanden hast.

Was war passiert?

Ganz einfach: In meinem Fall hatten sich die Prioritäten und Werte durch die Geburt meines Sohnes verschoben.
Einige dieser Werte stimmten mit den Unternehmenswerten – die vorher für mich vollkommen in Ordnung waren – nicht überein. So kam ich in einen Wertekonflikt und daher fühlte sich die Situation für mich nicht mehr stimmig an.

Meine Werte hatten sich verändert

Werte sind die Dinge, die uns im Leben oder einem Lebensbereich wichtig sind. Werte sind die Triebkraft für unsere Motivation und Handlungen. Sie sind abhängig von unserem Umfeld, von der Kultur in der wir aufwachsen und der Situation, in der wir uns befinden. Die Quellen unserer Werte sind die Familie, die Freunde, die Kirche bzw. Religion und die Schule und Ausbildung.

Die meisten unserer Werte werden in unserer Kindheit und Jugend gebildet. Einige von ihnen, unserer Kernwerte, behalten wir (fast) unser ganzes Leben bei.
Werte dienen uns auch, um unsere Handlungen nachträglich zu bewerten. Wir urteilen mit ihrer Hilfe darüber, ob etwas richtig oder falsch, gut oder böse ist und ob wir mit einer Sache oder Situation zufrieden oder unzufrieden sind.

Wir ordnen unsere Werte zu einem bestimmten Lebensbereich, z. B. Familie, in Hierarchien. Die Stellung eines Wertes innerhalb der Wertehierarchie ist dafür verantwortlich, wie wir reagieren, wenn jemand, gegen diesen Wert verstößt.

Wir ordnen unsere Werte zu einem bestimmten Lebensbereich in Hierarchien.
(Diesen Satz twittern.)

Wie kommt es zur Veränderung von Werten?

Unsere Werte sind einem ständigen Wandel unterworfen. Eine Veränderung der Lebenssituation (z. B. die Geburt eines Kindes, eine neue Partnerschaft, ein Berufswechsel) kann zur Veränderung der Werte in den Bereichen, die durch dieses Ereignis betroffen sind, führen.

Du kannst dir das ungefähr so vorstellen:

Ein Raucher wechselt seine Arbeitsstelle und kommt in ein Nichtraucherbüro. Die Arbeit gefällt ihm und die Kollegen sind nett. Natürlich versucht er sich an die Bedingungen anzupassen und raucht im Büro nicht. Auch bei den gemeinsamen Mahlzeiten mit den Kollegen werden Nichtraucherlokale gewählt. Seine Rauchpausen verbringt er einsam in einem dafür vorgesehenen Raucherkammerl.
Mit der Zeit beginnt er seine rauchfreien Mahlzeiten zu genießen. Das Essen schmeckt, in der guten Gesellschaft gleich nochmal so gut und so ergibt es sich, dass unser Raucher immer weniger Lust auf eine Zigarette verspürt. Gleichzeitig wird er von seinem Umfeld unaufdringlich mit Argumenten gegen das Rauchen versorgt. Eines Tages beschließt er zu Rauchen aufzuhören und findet dafür eine Menge vernünftig klingender Argumente: Gesundheit, mehr Geschmack beim Essen, Rücksichtnahme auf andere, gute Luft, Sportlichkeit etc.
Genau das sind die Werte, die sich in der Hierarchie nach oben verschoben oder neu entwickelt haben.

Unsere Werte werden also auch beeinflusst durch unser Umfeld, die Medien, die Wirtschaftslage, die Wissenschaft u.s.w.

Und so kommt es, dass du auf einmal mit deinen Eltern stundenlang über Erziehungsfragen diskutieren kannst. Dabei stellst du überrascht fest, dass du plötzlich ganz andere Ansichten vertrittst, obwohl du doch von deinen Eltern erzogen wurdest und sie dir eine Menge deiner Werte mitgegeben haben. Wenn du in dich hineinhörst, entdeckst du, dass sich hier neue Werte entwickelt haben. In der Erziehung drücken sie sich oft durch das Gefühl aus: Ich mache das bei meinem Kind anders ;-)

Genau das führt oft dazu, dass sich Eltern nach der Elternzeit in ihrem Beruf nicht mehr richtig wohl fühlen. Plötzlich sind andere Dinge wichtig und haben höhere Priorität. Werte wie Familienfreundlichkeit, flexible Arbeitszeitgestaltung, verlässliche Urlaubsplanung gewinnen an Bedeutung.
Andere Dinge rücken dafür in den Hintergrund.

Wie erging es dir beim Wiedereinstieg in deinen Beruf?
Ich freue mich, wenn du deine Erlebnisse mit meinen Leserinnen und mir teilst.

 

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Wiedereinstieg Petra Kaltenböck

WiedereinstiegMittlerweile weißt du ja schon, dass ich eine Vorliebe habe, für Lebensgeschichten. Das hat einen einfachen Grund: Die Themen werden persönlich.
Es fällt auch dir viel leichter, dich mit deinen Herausforderungen, Ängsten und Sorgen wieder zu finden. Und du siehst, wie andere mit diesen Herausforderungen umgegangen sind. Vielleicht bieten dir diese Geschichten ja Anregungen für dein eigenes, ganz persönliches Thema.
Wenn nicht, dann setze dich doch einfach mit mir in Verbindung und wir arbeiten gemeinsam an deiner Herausforderung. (Du merkst schon, ich drücke mich hier vor dem Wort Problem. Das hat einen einfachen Grund: Ich mag es nicht besonders. Mich macht ein Problem mutlos. Eine Herausforderung stachelt mich an, nach einer Lösung zu suchen :-) )

Heute erzählt Petra Kaltenböck sehr persönlich von ihrer Vorbereitung auf den beruflichen Wiedereinstieg. Ich bin ihr für diesen Bericht sehr dankbar, weil sie von vielen Nöten und Fragen erzählt, die in dieser Phase auftauchen.

Vorbereitung auf den beruflichen Wiedereinstieg

Ein Erfahrungsbericht von Petra Kaltenböck

Schon vor der Geburt meines Sohnes war für mich klar, dass ich in den ersten Lebensjahren meines Kindes so viel Zeit wie möglich mit ihm verbringen will und die Kinderbetreuung nicht aus der Hand geben möchte. Die Karenzzeit wurde auf zwei Jahre mit meiner Firma fixiert und über mehr habe ich mir bis zu diesem Zeitpunkt keine Gedanken gemacht.

Die ersten Monate vergingen wie im Flug und schon bald feierte mein Sohn seinen ersten Geburtstag. Ab diesem Zeitpunkt begann ich auch wieder schrittweise mit meiner selbständigen Tätigkeit in meiner Praxis, die gut mit den Bürozeiten meines Mannes zu vereinbaren war. Aber ich merkte schon bald, dass ich mir das alles leichter vorgestellt hatte, als es dann tatsächlich war. Immer wieder hörte ich von anderen Müttern rundherum, dass sie wieder Vollzeit arbeiten und dass das alles problemlos wäre, wenn es nur gut organisiert ist.

Die Zeit ab dem ersten Geburtstag meines Sohnes machte ich mir ständig Gedanken, wie ich ab seinem zweiten Geburtstag die Zeit bis zum Kindergarten Wiedereinstieg Petra Kaltenböckorganisieren könnte, dass ich Teilzeit in der Firma arbeiten kann, meiner selbständigen Arbeit nachgehen kann, den Haushalt auf die Reihe bekomme, meinen Sohn gut betreut weiß ohne allzu große finanzielle Belastung, und – natürlich – auch noch genug Zeit mit ihm verbringen kann. Irgendwie erschien mit das bei mir nicht so problemlos wie bei anderen, und anstatt mir meiner Möglichkeiten bewusst zu werden, schaute ich ständig darauf, wie es bei anderen geht und bei mir aber nicht möglich ist, da das familiäre Umfeld anders ist. Ein Teufelskreis, weil man schnell in eine Opferrolle kommt und sich im Kreis dreht.

Irgendwann war dann der Punkt da, an dem ich begonnen habe mich wirklich mit meiner Familie und anderen Eltern auszutauschen, offen über meine Sorgen und Ängste zu reden. Es war erstaunlich wie viele Ideen so auf den Tisch gekommen sind, an die ich nie gedacht hätte.

Wichtig war für mich in dieser Phase, mich tatsächlich hinzusetzen und alle Möglichkeiten konkret aufzuschreiben und durchzudenken. Ansonsten wäre es wohl immer bei „ich könnte…“, „hmmm, ja vielleicht…“, „nein, so geht’s gar nicht…“ geblieben. Beruflich war das nie ein Thema mich hinzusetzen und mir bei Neugestaltungen alle Optionen durchzudenken, Varianten abzuwägen und mich auf Gespräche gut vorzubereiten. Irgendwie habe ich lange gebraucht zu verstehen, dass es auch in dieser Lebensphase, in der viele Veränderungen anstehen, auch wichtig ist, genauso an die Thematik heranzugehen, wie ich es im Beruf machen würde. Ich dachte immer diese Entscheidungen treffe ich dann einfach situationsbedingt aus dem Bauch heraus und es wird sich schon der richtige Weg weisen. Klar, auf das Bauchgefühl zu hören ist sehr wichtig, vor allem wenn es um das eigene Kind geht, aber was ist falsch daran die Sache strukturiert anzugehen?

Also habe ich mich hingesetzt, teilweise alleine, teilweise mit meiner Familie, und habe aufgeschrieben, was mir so an Varianten durch den Kopf gegangen ist, welche Vor- und Nachteile sie haben. In meinem Kopf habe ich mir alle Situationen ausgemalt, auch darauf gehört, wenn sich Sorgen und Ängste gemeldet haben und diese nicht weg geschoben. Und ich habe versucht Lösungen für Probleme zu finden. Auch die finanziellen Veränderungen habe ich miteinbezogen.
Meine Mutter hat nun die Möglichkeit bis mein Sohn in den Kindergarten kommt einen Tag weniger zu arbeiten und ich somit einen vollen Tag, um in der Firma zu arbeiten. Da meine Kunden in meiner Praxis meist abends und am Wochenende Zeit haben, lässt sich hier die Kinderbetreuung auch gut mit meinem Mann organisieren. Und, viel wichtiger, es bleibt noch genug Zeit für meinen Sohn.

Das einzige, was es jetzt noch abzuklären galt, war ob meine Firma für diese Option ihr okay gibt, da es so eine Teilzeit Lösung noch nicht gegeben hat. Auch hier war meine Vorbereitung auf das Gespräch mit meiner Vorgesetzten wichtig. Wieder habe ich mich bewusst damit auseinandergesetzt, was ich der Firma bieten kann mit dieser Lösung, wo eventuell Hindernisse wären und ob es dafür Lösungsvorschläge gäbe. Das Gespräch verlief sehr gut und ich bin mir sicher, dass der ausschlaggebende Grund dafür war, dass ich vorher wusste, was ich wollte, welche Möglichkeiten zur Verfügung standen und ich mir auch aller Nachteile bewusst war.

Die Erkenntnis aus diesen letzten Monaten war für mich, wie wertvoll es ist ehrlich zu sein, zu sich selbst und zu seinem Umfeld und dass es vor allem in solchen tiefgreifenden Lebensphasen gut ist sich Rat zu holen, von Freunden, der Familie, aber auch – wie in meinem Fall bei Ilse– von einem Coach.

Wichtig ist es offen und kreativ zu sein für seine eigenen ganz persönlichen Möglichkeiten und nicht daran zu verzweifeln, wenn es nicht so klappt, wie man es sich vorgestellt hat. Jede Lebens- und Familiensituation ist anders und es gibt keine Pauschallösungen.

Meine Eckdaten:
Mag. (FH) Petra Kaltenböck
Verheiratet, Sohn Tobias 20 Monate alt
Selbständig als systemisch-ontologische Praktikerin, „Praxis zur Begleitung Mensch & Tier“
Tätig im Controlling seit 7 Jahren

 

Danke, liebe Petra! Du hast den Weg zum beruflichen Wiedereinstieg wirklich sehr gut beschrieben. Den letzten Satz finde ich besonders wichtig.

Jede Lebens- und Familiensituation ist anders und es gibt keine Pauschallösungen!

Jetzt interessiert mich folgendes:

Wie hast du deinen beruflichen Wiedereinstieg vorbereitet?
Welche Ängste hattest du dabei?

Oder bist du vielleicht gerade dabei deinen Wiedereinstieg vorzubereiten?
Mit welchen Herausforderungen bist du gerade konfrontiert?

Ich bin wirklich gespannt auf deine Antwort. Deine Antwort hilft sicher auch vielen anderen Müttern, die in einer ähnlichen Situation sind.

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Vereinbarkeit von Familie und Beruf

In den vergangenen Wochen habe ich viele erfolgreiche Modelle zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf vorgestellt.
Auffällig ist: Die Modelle sind so vielfältig, wie die Frauen, die ich interviewen durfte. Jede hat ihr persönliches Modell gefunden.

Es gibt kein allgemeingültiges Idealmodell. Etwas haben alle erfolgreichen Modelle gemeinsam. Sie sind sorgsam auf die Bedürfnisse der jeweiligen Familien und auf die Charaktere der Frauen zugeschnitten.

Tipps der PersonalberatungHeute konnte ich die renommierte Personalberaterin Charlotte Eblinger  für einen Gastartikel gewinnen. Sie ist Geschäftsführerin von Eblinger & Partner und iic Partner und wird uns mit Tipps der Personalberatung weiterhelfen.
Ich freue mich sehr darüber und lasse auch dich nicht länger auf die Expertensicht warten.

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