Kennst du den Zaubersatz?

Der Satz, der unsere Entwicklung am meisten vorantreibt.

Der ZaubersatzJede Mutter kennt ihn, diesen Einwortsatz. Es ist einer der Sätze, die unsere Kinder auszeichnen. Wenn wir es eilig haben, dann ist es der Satz, der uns die Schweißperlen ins Gesicht treibt. Dieser kleine Satz, den es in verschiedenen Varianten gibt, stellt unsere Geduld zeitweise auf die Probe. Manchmal erfüllt er uns auch mit Stolz. Ab und zu ringt er uns Hochachtung ab. Ja, er kann sehr zwiespältige Gefühle auslösen.

Du kennst den Satz sicher

Ich kenne ihn in den Varianten: „Selber!“, „´leine“ und „alleine“. Manchmal auch in der etwas längeren Variante: „Die Pia macht das!“ oder „Lukas ´leine.“ Wobei die Namen beliebig ausgetauscht werden können :-D

Ausdruck von Selbständigkeit und Lernen

Dieser Satz ist ein Ausdruck dafür, wie sehr Kinder nach Selbständigkeit und Entwicklung streben. Sie wollen lernen und sie wollen die Dinge alleine machen.

Zwiespältige Gefühle

Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich manchmal staunend daneben gestanden bin und zugesehen habe, wie mein kleiner Zwuck sich mit rotglühenden Bäckchen abgemüht hat und jeden Versuch ihm zu helfen energisch abgewehrt hat.
An guten Tagen hat mir das Hochachtung und Respekt abgerungen. Wenn das Unternehmen von Erfolg gekrönt war, bin ich fast genau so vor Stolz geplatzt, wie mein Kind.

Ich gestehe aber, dass ich auch schlechte Tage hatte.
Tage, an denen meine Zeiteinteilung nicht gestimmt hat. Tage, die nach der Uhr und dem Rhythmus einer Erwachsenen getaktet waren und die für kindliche Selbstversuche weder Zeit noch Raum ließen. An diesen Tagen hat mich dieser Drang alles selbst machen zu wollen in die Verzweiflung getrieben.

Ich wurde ungeduldig und habe mich schließlich „helfend“ durchgesetzt. Mit dem Erfolg, dass ich zwar schnell und effizient war, aber mein Kind unglücklich. Und ich – ich hatte ein schlechtes Gewissen, weil ich meinem Kind nicht den Raum gegeben hatte, den es zu seiner Entwicklung gebraucht hat.

Die Lernerfahrungen

Allerdings habe ich in dieser Zeit auch viel gelernt: über Kinder, Entwicklung und auch über mich selbst.

Kinder brauchen Zeit und Raum für ihre Entwicklung.

… der Kinder

Manche Dinge, lernen sie genau dann, wenn es uns noch schwer fällt zuzusehen. Sie sind dann interessant, wenn sie noch eine Herausforderung darstellen, denn dann führen sie zu Entwicklung und zu Vervollkommnung.

Maria Montessori sagte: „Das Kind ist der Baumeister des Menschen.“

Genau darum, wollen Kinder auch dann Tisch decken, wenn die Eltern Angst um ihre wertvollen Porzellanteller haben. Sie wollen die Stiegen hinaufklettern, bevor sie überhaupt noch sicher gehen können. Sie ziehen sich eigensinnig die Schuhe an, bevor sie überhaupt noch den rechten und den linken Schuh unterscheiden können. Das macht nichts. Kein Kind hat bleibende Schäden davon getragen, wenn es die Schuhe einmal verkehrt herum angehabt hat.

Im Gegenteil: die körperliche Erfahrung hilft dem Kind festzustellen, dass die Schuhe verschieden sind.
Der Unterschied wird buchstäblich über den Köper wahrgenommen.

Wenn du mehr darüber erfahren willst, was in deinem Kind in so einem Moment vorgeht, dann buche doch mein Online-Programm Eltern-Support mit Ilse. Dort zeige ich dir, was du deinem Kind zutrauen kannst und wie du es ganz entspannt und geplant in die Arbeit einbeziehst.

… und meine?

Ich habe begriffen, dass ich dazu neige, mich selbst ständig vorwärtszutreiben und mir nicht immer Zeit und Raum für meine Entwicklung zu nehmen. Ich habe gesehen, dass ich selbst oft viel zu schnell aufgebe und dass es mir gut tut, meine Ziele mit der Ausdauer und Hartnäckigkeit eines Kindes zu verfolgen. Ich habe erkannt, dass ein Rückschlag kein Grund zur Verzweiflung ist, sondern ein Grund, einen neuen Versuch zu starten. Und schließlich habe ich verstanden, dass Fehler Teil des Lernprozesses sind. Ich habe den Fehler als Feed-back uns somit Teil des Lernprozesses schätzen gelernt.

Wenn etwas nicht funktioniert heißt es lediglich: Lerne aus dem Misserfolg und versuche es beim nächsten Mal anders.

Was bedeutet das für die Selbständigkeit als Unternehmerin

Auch als Unternehmerin kommen mir diese Beobachtungen zugute. Ich bemerke, dass ich dazu neige, alles selbst können und verstehen zu wollen. Ich will jede Tätigkeit, die meine Firma betrifft gemacht haben. Das heißt nicht, dass ich sie immer machen muss. Manche Sachen lagere ich gerne an Spezialisten aus. Wenn ich sie aber einmal wirklich selbst gemacht habe, dann weiß ich, dass ich sie in den Grundzügen begriffen habe. Dann macht mir auch ein Fachmann so schnell kein X für ein U vor. Ich kann dann besser beurteilen, ob derjenige, der diese Arbeit für mich machen soll, etwas von seiner Arbeit versteht, oder nicht. Das hilft mir, Vertrauen aufzubauen und mich auf die anderen zu verlassen. So habe ich den Kopf frei, für die Dinge, die ich gerne mache, oder die ich aus verschiedenen Gründen selbst machen möchte.

Ich habe auch den Biss, mich in Neues einzuarbeiten. Wenn mir etwas besonders schwer fällt, dann ist mir die kindliche Entwicklung ein Vorbild. Nachdem ich selbst ein Kind war und mich genau so abgemüht habe, um gehen zu lernen, Schreiben zu üben und all die anderen Dinge, die ich heute mit unbewusster Kompetenz beherrsche und mit großer Leichtigkeit ausübe, weiß ich, dass ich alles lernen kann, was ich lernen möchte.

Genau dieses „möchte“ ist der Schlüssel.

Wie sagt Gerald Hüther: „Das Gehirn wird so, wie man es mit Begeisterung benutzt.

Wann wendest du den Zaubersatz als nächstes an?
Was möchtest du als nächstes lernen?

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